Vom Hörsaal in die Garage
Ich habe Oenologie an der Hochschule Geisenheim studiert — dort, wo die deutsche Weinwissenschaft zu Hause ist. Nach 5 Jahren Erfahrung in einem großen etablierten Weingut habe ich mich gemeinsam mit meiner Familie für einen Neuanfang entschieden: Eine kleine Familien-Rebfläche in Arzheim, eine Garage, und der Anspruch, Weine ohne Kompromisse zu machen.
Die Entscheidung war bewusst. Große Keller und Maschinenparks bedeuten Effizienz, aber auch Distanz zum Produkt. In meinem kleinen Keller stehe ich buchstäblich neben jedem Fass, kenne jede Charge, entscheide bei jeder Flasche, ob sie abgefüllt wird oder nicht.
Heute bewirtschafte ich 8 Hektar Rebfläche rund um die Kleine Kalmit und in den Arzheimer Lagen. Jede Traube wird von Hand gelesen, jeder Wein spontan mit wilden Hefen vergoren, die meisten unfiltriert abgefüllt. Das Ergebnis: Weine, die nach Herkunft schmecken — nicht nach Technik.
»Ich will ehrliche Weine — Weine, die nach dem Ort schmecken, an dem sie gewachsen sind. Wenn ein Jahrgang kühler war, darf man das im Glas merken. Das ist keine Schwäche — das ist Herkunft.«Katrin Wind
Ehrliche Weine, die nach Herkunft schmecken
Im Weinberg
Ökologische Bewirtschaftung ist für mich keine Zertifizierungsfrage, sondern Selbstverständlichkeit. Meine Reben wachsen auf Böden, die zum Teil seit Generationen in Familienbesitz sind. Jede Parzelle behandle ich individuell — nach Boden, Lage, Rebsorte und Jahrgang. Selektive Handlese bedeutet: Jede Traube wird einzeln beurteilt. Was nicht überzeugt, kommt auf den Boden.
Im Keller
Low-Intervention heißt für mich: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Keine Reinzuchthefen — die Vergärung startet spontan mit den Hefen, die aus dem Weinberg kommen. Keine Schönungsmittel. Keine Enzyme. Die meisten Weine fülle ich unfiltriert ab. Was in der Flasche landet, ist der unverfälschte Ausdruck von Lage, Boden und Jahrgang.
2013
Gründungsjahr
8
Hektar
42
m² Garage
96+
Falstaff-Punkte
Kalmit Spätburgunder 2022 · Spätburgunder Trophy 2026



